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Murakami Haruki: Wilde Schafsjagd

Ein Meisterwerk des berühmten japanischen Autors Murakami Haruki. Es dreht sich um einen namenlosen dreißigjährigen Mitinhaber einer Werbeagentur in Tokio und ein Schaf mit übernatürlichen Kräften und einem unbeugsamen Willen zur Macht. Ein phantastischer Roman mit einer einmaligen Zentralfigur. Detail-Informationen Kimonos, Kirschblüten und Teezeremonien? Nichts dergleichen. Haruki Murakami stellt hier ein anderes Japan vor, das moderne Japan der Gegenwart: Phantastisch, absurd und real zugleich.
Personen und Zutaten: Der dreißigjährige namenlose Held, Mitinhaber einer Übersetzungs- und Werbeagentur in Tokio, geschieden, intelligent und müde, mit einer Vorliebe für Junk-Food, Zigaretten, Bier und Rockmusik. Sein Partner: ein Trinker. Seine Freundin: ein etwas gewöhnliches Mädchen mit übersinnlich schönen Ohren. Außerdem: der Alte, gequält von einem Golfballgroßen Gehirntumor; ehemaliger Kriegsverbrecher, Boss der Rechten und Ultrarechten, Herr über eine Imperium aus Politik, Finanzen und Massenmedien. Und dessen Sekretär: ausgebildet in Amerika und effizient bis zur Perfektion.
Vor allem aber das Schaf.
Die wilde Schafsjagd ist ein phantastischer und handlungsreicher Detektivroman mit einem Schuss Science-Fiction.
Ausführung & Preis ca. 300 Seiten, gebunden
Erschienen 2005
Dumont Literatur und Kunst Verlag Preis: € 21,90 + Versand (ab 0,-€) > Direkt bei veganbasics bestellen Stimmen »Ein guter Schriftsteller lässt dich näher an seine Gedanken als jeder Geliebte, den du haben wirst. Und wenn die Gedanken auch noch sind wie deine, nur so ein bisschen besser, dann verliebst du dich eben oder du nimmst es an, weil du nicht weisst, wie du diese Aufregung nennen sollst.« (Sibylle Berg) Über den Autor Haruki Murakami wurde 1949 in Kyoto geboren, die Eltern sind Lehrer für japanische Literatur. Einzelkind, Studium der Theaterwissenschaften und Drehbuchschreiben in Tokyo, aufkeimendes Interesse an amerikanischer Literatur und Musik, erste, fehlgeschlagene Schreibversuche, aus Aversion gegen einen Konzernjob. 1974 Gründung des Jazzclubs „Peter Cat“, den er bis 1982 betreibt. Fortgesetzte Schreibversuche, die 1978 zum Erfolg führen. Sein damals entstandener Roman „Wild sheep chase“ („Wilde Schafsjagd“, Insel, 1991) erreicht 1982 eine Millionenauflage. In den 80er Jahren dauerhaft in Europa ansässig (u.a. in Frankreich, Italien und Griechenland), geht er 1991 in die USA, ehe er 1995 nach Japan zurückkehrt – dem Jahr des schweren Erdbebens von Kobe und des Anschlags der Aum-Sekte auf die Tokyoter U-Bahn. Ein Akt der Solidarität, denn: „Ich hatte das Gefühl, dies sei ein Wendepunkt für Japan.“ 1987 erschien Murakamis bis dato erfolgreichster Roman, dem er den Titel eines Beatles-Ohrwurms („Norwegian Wood“, dt. „Naokos Lächeln“, DuMont 2001) gab: Allein in Japan wurden über 4 Mio. Exemplare verkauft. Der Roman bündelt brennglasartig Stil und Themen des Erfolgsliteraten: „Ich hasste die japanische Literatur, also borgte ich mir amerikanische Erzählstrukturen, von Raymond Chandler und Kurt Vonnegut… Aber ich habe nicht ein Stückchen meiner japanischen Identität dabei verloren,“ so Murakami in einen „Zeit“-Interview. Kurze Sätze, kaum Adjektive, Innenansichten aus der Perspektive seiner meist männlichen Helden – das sind die prägenden Stilmerkmale. Hier wie in den anderen Romanen wird die Handlung von einem Einzelgänger mittleren Alters getragen – in dem stark kollektiv orientierten Japan die Ausnahme und zugleich Voraussetzung dafür, dass Murakami zum Kultautor werden konnte. Zentrales Thema Murakamis aus der Sicht von „Zeit“-Redakteur Ulrich Greiner: „Wie funktioniert unser Gedächtnis, wer beherrscht es? Wir selber sind es offenbar nur in höchst unzureichendem Maß… Erinnerung an die Verluste, an die verlorenen Gefühle – das ist das große Ziel.“ Mit Greiner, der Murakami einen „belesenen Könner“ nennt („Die Balance, der Rhythmus, die Tonart: Das alles ist wohl bedacht“), stimmt auch Harald Martenstein überein („Der Tagesspiegel“). Auch für ihn geht es bei Murakami „immer um die großen, schweren Fragen des Lebens“. Aber: „Es liest sich federleicht. Auf den ersten Blick ist er ein altmodischer Erzähler. Erst allmählich spürt man, wie raffiniert er ist und wie sehr auf der Höhe der Zeit. Die Erzählstruktur ist also auf so perfekte Weise modern, dass man sie fast schon wieder für traditionell hält.“ „Gefährliche Geliebte“ von 1992 (deutsch bei DuMont, 2000), handelt von einem Jazzclub-Besitzer, der nach 25 Jahren wie in einer Halluzination seiner Geliebten aus früher Jugend wieder begegnet und sich zwischen zwei Lebenspolen zerschleißt: dem Versuch, ein unauffälliges Leben made in Japan zu führen und seinem Wunsch nach individuellem Glück.
„Mr. Aufziehvogel“ (1994/deutsch 1998 bei DuMont) ist Murakamis opus magnum – und das nicht nur wegen seines Umfangs von annähernd 700 Seiten. Das Buch gibt zunächst vor, wieder ein Einzelgängerleben darzustellen – diesmal das eines 30jährigen arbeitslosen Juristen – , bei den Ausflügen in die verzweigten unterirdischen Gänge seines Lebens aber weitet sich die Erzählung zu einem Panorama der Epoche, einem „unglaublich dichten und dreidimensionalen Bild Japans im späten 20. Jahrhundert“ (Thomas Hartl in „Der Standard“). Murakami habe so etwas wie die Quadratur des Kreises bewältigt: „Ein höchst lesbarer und spannender, aber auch vielschichtiger Text, der mit postmoderner spielerischer Leichtigkeit Genres wie Bildungsroman, Krimi, Liebesgeschichte, politische Allegorie und andere vermengt und dem das scheinbar Unmögliche gelingt: Auf keiner einzigen Seite kommt eine Spur Langeweile auf, nie gerät Murakamis erzählerischer Atem ins Stocken.“ Der so Gelobte hat natürlich auch seine Kritiker, namentlich in Japan selbst, wo ihn konservative Feuilletons und Schriftstellerkollegen als „batakusai“ – „nach Butter stinkenden Wessi“ beschimpfen. Trotzdem hat der japanische Literaturbetrieb in den letzten 20 Jahren an seinem neben Banana Yoshimoto erfolgreichsten Exponenten nicht vorbeisehen können; er hat ihn mit allen herausragenden und hoch dotierten Literaturpreisen des Landes überhäuft.
Zuletzt erschienen von ihm in deutscher Übersetzung der Roman "Tanz mit dem Schafsmann" (2002), "Sputnik Sweetheart" (2002), "Kafka am Strand" (2004), die Neuauflage von "Wilde Schafsjagd" und die Filmerzählung "Tony Takitani" (2005), sein Buch über den Tokyoter Giftgasanschlag "Untergrundkrieg" (2002), der Erzählband "Nach dem Beben"(2003) sowie die von ihm herausgegebene Anthologie "Birthday Stories"(2004). 2004 erschien Jay Rubins Biografie "Murakami und die Melodie des Lebens".
Übersetzer Annelie Ortmanns-Suzuki und Jürgen Stalph |
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